Die ersten Berichte über Wildkaninchen überliefert uns das Volk der Phönizier. Diese fanden auf der Iberischen Halbinsel Tiere vor, welche sie an die Ihnen bekannten Klippschliefer erinnerten, wodurch sie das Land auf den Namen i-shephanim tauften. Später wurde dieser Name durch die Latinisierung durch die Römer zu Hispania. In einem Zitat von Polybios um das Jahr 360 v. Chr. Wurde das Wildkaninchen erstmals sicher erwähnt. Dieses stammt aus einem verfassten Spätwerk des Philosophen Platon und handelt über die unterirdische Lebensweise von Hasen und Kaninchen.

Kaninchen im Freien

Kaninchen im Freien, Henrik G. Vogel / pixelio.de

Im 1. Jahrhundert v. Chr. wird Spanien zur Heimat der Kaninchen erklärt. Gehalten werden sie in Leoparien, wobei es sich um ummauerte Hasenkäfige handelt. Durch varro wird hier auch auf die Paarungswilligkeit der Tiere aufmerksam gemacht, da die Weibchen bereits wieder trächtig werden noch während Sie einen Wurf betreuen. Auch wird hier auf das Mästen eingegangen, wobei die Tiere aus dem ursprünglichen Gehege in einen separaten Hasenkäfig oder –stall gebracht werden. Plinius berichtet in seinem 8. Buch der Geschichte der Natur ebenfalls von einer Plage der Kaninchen in Spanien und dass ihre Ansiedelung in Italien nicht gelang.

Hasen und Kaninchen galten damals wie heute als ein sehr beliebtes Jagdobjekt, was insbesondere aufgrund der starken Vermehrung der Tiere, diese zum Favoriten in Sachen Fleischvorrat machten.

Da die Föten und Neugeborenen der Kaninchen als Fastenspeise galten, dauerte es nicht lange bis auch Klöster anfingen sich große Rudel der Tiere in speziell vorgesehenen Hasenkäfigen und -ställen zu züchten. In Deutschland wurden Kaninchen 1149 erstmals urkundlich erwähnt.

Neben Lapinieren bzw. Garennen oder auch Kaninchengärten genannt, wurden die Tiere auch in natürlichen Umgebungen gehalten, welche sich von Ihrer Beschaffenheit her angeboten haben, wie bspw. Inseln.

Im Jahre 1235 ergeben sich die ersten Hinweise auf Kaninchen in Großbritannien, in Deutschland bereits einige Jahre früher auf der Insel Amrum.

In Hessen deuten die ersten Hinweise auf das Erscheinen der Kaninchen auf das 16. Jahrhundert hin, wo es nur kurze Zeit später aufgrund der schnell wachsenden Population zu Plagen kam, die nicht selten Krankheiten übertrugen. In der Übersetzung der Naturgeschichte der vierfüßigen Tiere von Buffon aus dem Jahr 1755 wird ebenfalls von den Kaninchengärten berichtet – außerdem über das so genannte angorische Kaninchen mit langem Fell. Die Haltung der Tiere in Hasenkäfigen oder Gehegen wurde in England zum Teil bis nach dem Zweiten Weltkrieg praktiziert.

Kaninchen im Gras

Kaninchen im Gras, Ruth Rudolph / pixelio.de

In Deutschland nahm die Kaninchenzucht nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 größeren Aufschwung. Deutsche Soldaten hatten in Frankreich die moderne Form der Kaninchenhaltung kennen gelernt, insbesondere die Haltung in den damals typischen Hasenkäfigen oder auch Kaninchenställen, die eine Steuerung der Fortpflanzung möglich machte.

In Zeiten der Industrialisierung wurde die Haltung der Kaninchen immer beliebter, da es sich hierbei nahezu um die einzige Tierart gehandelt hat, die in beengten Hasenkäfigen zur Selbstversorgung gehalten werden konnte. Folgerichtig entwickelten sich besonders Industriegebiete zu Hochburgen der Rassekaninchenzucht.